WOHNHEIM FROHBERG

Herzlich Willkommen auf unserer Website

Das Wohnheim Frohberg ist ein zu Hause für 18 chronisch an Schizophrenie erkrankten Menschen und bietet kurz-, mittel- und langfristige Plätze an.

Wir achten darauf, dass die Betroffenen ein auf sie ausgerichtetes, therapeutisches Angebot erhalten und im Wohnheim ein Klima von Vertrauen, Wertschätzung und Klarheit gepflegt wird. Ein Hauptanliegen im Sinne des Konzepts ist die Wahrung einer stressarmen und angstfreien Umgebung, zusammen mit einer möglichst antiautoritären Haltung des Personals.


Ein ambulanter Psychiater und ein externer Arzt für allgemeine Medizin stehen den Bewohnern und dem Betreuungspersonal zur Verfügung. Seit September 2007 bewohnen wir das ehemalige Restaurant Ebnat in Schaffhausen, das für unsere Bedürfnisse komplett saniert und umgebaut wurde.

Wir freuen uns über einen Besuch unserer Homepage, Sie erfahren viel Wissenswertes über die Krankheit und über uns und können uns einen virtuellen Besuch abstatten.

Unsere Philosophie

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, diesen sozial Gestrandeten ein Zuhause zu geben, wo sie sich sicher und verstanden fühlen können.

Wir wollen ihnen dabei helfen, von hier aus trotz aller bisherigen Rückschläge und Enttäuschungen Kontakte zur übrigen Welt aufzubauen, bzw. zu pflegen. Dabei versuchen wir stets in den Begegnungen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern eine humanistische Haltung zu leben. Uns ist es wichtig, die bei uns lebenden Menschen nicht in irgendein Behandlungs- und Erwartungsschema zwingen zu wollen ("Du musst wieder gesund werden, um in der Gesellschaft wieder zu funktionieren"), sondern wir wollen die persönliche Entwicklung so fördern, dass es den Betroffenen (wieder) möglich wird, sich auf ihre Weise und kreativ mit ihrer Umwelt auseinander zu setzen. Dazu gehört natürlich auch, dass wir unsere Bewohnerinnen und Bewohner so akzeptieren, wie sie sind. Es ist zwar oft schwer, nicht auf Spiele wie z.B. "hilf mir, damit ich deine Hilfe ablehnen kann" einzusteigen, doch schliesslich und endlich zeigt uns die Realität, dass solche Spiele nur dann gespielt werden können, wenn man mitspielt. Wenn ich hier von Spielen rede, so kann man das Wort Spiel auch gegen den Begriff "Verhaltensmuster" austauschen. Solche Verhaltensmuster sind oft die Folge von Hospitalismus (eine Möglichkeit, einem allmächtigen Personal einer Psychiatriestation einmal eine Niederlage beizubringen, was die eigene Identität wenigstens ein wenig stärkt) oder einer Erziehung, in der viele Double binds geschehen sind.

Um ein besseres und Sinn erfülltes Dasein in dieser Welt leben zu können ist es wichtig zu lernen, Probleme schneller, d. h. frühzeitig zu erkennen und zu lösen. Hierbei finden wir es als wichtig, von innen nach aussen zu arbeiten, d.h. ohne klare eigene Identität kann keine sinnvolle Auseinandersetzung mit der Umwelt geschehen. Eine der wesentlichsten Folgen der chronischen Schizophrenie ist der Zerfall des Ichs, d.h. der persönlichen Identität. Um nun dieses angeschlagene und nicht mehr so leistungsfähige Ich (man könnte es mit einem reduziert funktionierenden Notprogramm vergleichen) wieder zu stärken, reflektieren wir den Betroffenen ihr Verhalten so, dass dies nicht zu unnötigen Verletzungen führt. Ebenfalls ist es nötig, die kognitiven Fähigkeiten so zu fördern, dass die Reflexion des Verhaltens dann auch sinnvoll verarbeitet werden kann und Aufklärungsarbeit bezüglich der eigenen Erkrankung und möglichen Behandlungsformen gemacht werden kann.

Ein zentrales Anliegen ist es uns, zu unseren Bewohnerinnen und Bewohnern eine therapeutische Beziehung herzustellen, ohne die die oben genannten Absichten wohl kaum zu erreichen wären. Auch hier streben wir einen gelebten Humanismus an (Wertschätzung, Empathie, Akzeptanz, Transparenz), was allerdings eine fortwährende Reflexion dieser Beziehungen unabdingbar macht.

Schliesslich lässt sich aus dem heutigen Verständnis der Schizophrenie die Notwendigkeit ableiten, Stress als Auslöser krankheitsbedingter Symptome zu sehen. Wir wollen Stressauslöser transparent machen und bieten individuelle Bewältigungsstrategien im Sinne einer ganzheitlichen Betreuung an.